Pokalfinale verpasst
Kelsterbach 1 – Nied 1 = 1 – 3
1.Erich Zweschper 0,5
2.Peter Köstler 0,5
3.Stefan Grätzer 0
4.Reinhold Hörner 0
Mit Nied hatte Kelsterbach den absolut schwersten Gegner des Halbfinales. Nied spielt als einziger der Halbfinalisten in der Hessenliga, ist Titelverteidiger im Bezirkspokal und hat den Hessenpokal gewonnen. Anscheinend nahm Nied Kelsterbach nicht so richtig ernst, denn man verzichtete auf die 4 Fidemeister. Aber auch die 2.Garnitur war stark genug für das Weiterkommen. Nur an Brett 1 hatte Erich eine bessere Wertungszahl (+50).Peter (-329), Stefan (-333)und Reinhold (-241)waren ihren Gegenspielern deutlich unterlegen.
Am Brett sah das zunächst auch so aus. Stefan Grätzer tauschte alle Leichtfiguren bis auf je einen Läufer, danach die Damen und beide Türme. Das Endspiel roch nach Remis. Aber der Nieder Spieler hatte tiefer gerechnet. Stefans Zentrumsbauer wurde schwach. Um ihn zu retten opferte er einen Randbauern. Als dieser drohte zur Dame durchzulaufen musste Stefan seinen Zentrumsbauern doch aufgeben, genauso wie die Partie.
Auch bei Peter Köstler stand ein Endspiel auf dem Brett. Jeweils 2 Türme, die weißfeldrigen Läufer, sowie 7 Bauern.
Nachdem Peter seine Schwäche in der A-Linie gesichert hatte standen sich alle 4 Türme in der halboffenen D-Linie gegenüber und verhinderten einen Durchbruch. Die Läufer spielten keine Rolle. Also einigten sich die Spieler auf Remis.
Wenig später folgte auch an Brett 1 das Remis, da es schien als sei die Partie an Brett 4 und damit auch der Wettkampf verloren. Erich Zweschper und sein Nieder Gegner hatten eine schwerblütige Positionspartie auf dem Brett. Trotz stundenlangem lavieren konnte keiner eine Lücke in der gegnerischen Stellung finden. Damit war der der Kampf zu Gunsten von Nied entschieden. Selbst bei einem Sieg am letzten Brett und einem 2-2 wäre Nied weiter gekommen, denn der Sieg an Brett 3 zählt bei unentschiedenem Wettkampf mehr als ein Sieg an Brett 4.
Das Drama des Abends lieferte einmal mehr Reinhold Hörner. Zunächst sah es so aus wolle der Nieder ihn am Königsflügel überrollen und matt setzen. Aber irgendwie konnte sich Reinhold herauswinden und konstruierte mit seinem Springer und beiden Türmen ein 3-zügiges, undeckbares Mattbild. Leider fand er das Matt nicht und ging auf Bauernraub. Dadurch marschierte der Freibauer des Gegners zur Dame und Reinhold musste einen Turm opfern. 3 verbundene Bauern für den Turm und der Gegner hatte nur noch 2 Minuten für den Rest der Partie. Noch war alles möglich. Aber dann stellte Reinhold einzügig den zweiten Turm ein und gab entnervt auf. Schade. Ein 2-2 hätte zwar nichts mehr genutzt, wäre aber ein schöner Erfolg gewesen.