Knapper Sieg trotz Unterzahl
Kelsterbach 1 – Hofheim 4 = 4,5:3,5
1. Matthias Nagel 0 kl.
2. Mario Markic 1 kl.
3. Jun You Gan 0 kl.
4. Stefan Grätzer 0,5
5. Andreas Le 1
6. Adrian Tudose 0,5
7. Michael Maeding 0,5
8. Peter Köstler 1
So früh wie dieses Jahr begann noch keine Schachsaison. Denn der erste Spieltag fiel bereits auf das erste Septemberwochenende und so musste Kelsterbachs 1. Mannschaft gleich vier urlaubsbedingte Ausfälle beklagen. Mit den beiden erfahrenen Senioren Peter und Michael wurden nur zwei Spieler ersetzt, sodass wir zu sechst in Unterzahl antraten. Doch auch der starke Gegner aus Hofheim musste improvisieren und kam nur zu siebt. Somit gab es an den ersten drei Brettern drei kampflose Ergebnisse und wir lagen zu Spielbeginn mit 1:2 zurück.
Den nächsten halben Punkt steuerte Mannschaftsführer Stefan bei. Er spielte zum wiederholten Mal gegen den rüstigen Fidemeister Dr. Zunker und kam mit Katalanisch gut aus der Eröffnung. Die Abwicklung im Mittelspiel war kompliziert und er verbrauchte viel Zeit. Den leichten Vorteil gab er her, indem er einen Bauern verlor. Dass sein Gegner ihm kurz darauf Remis anbot, nahm er dankbar an.
Für den Ausgleich nach zwei Stunden sorgte dann Peter. Im Londoner System hatte er einen Bauern gewonnen und hatte dann drei starke Mehrbauern für eine Figur. Allerdings verteidigte sich die Gegnerin zäh. Nachdem sie den Turm für die zwei vorgerückten Freibauern gab, konnte Peter die Partie leicht für sich entscheiden. Ausgleich – 2,5:2,5.
Es folgten zwei weitere Punkteteilungen. Zunächst bei Michael. Er hatte ein abgelehntes Damengambit auf dem Brett mit symmetrischer Bauernstruktur und offener c-Linie. Möglicherweise wäre hier sogar ein Sieg für ihn drin gewesen, wenn er die Türme früher getauscht hätte und mit der Dame auf der gegnerischen Grundreihe eingedrungen wäre. Jetzt stand es 3:3.
Es spielten nur noch unsere beiden Jüngsten. Adrian steuerte das nächste Remis bei. Seit Langem hatte er in einer Turnierpartie wieder mit e4 eröffnet und mit Weiß die Alapin-Variante der Sizilianischen Verteidigung auf dem Brett. Der Gegner rochierte lang, sodass sich Angriffschancen auf die Könige für beide Seiten ergaben. Nach dem Tausch der Damen fand er sich in einem ausgeglichenen Läuferendspiel wieder, das wenig Chancen auf Gewinn bot. Stand: 3,5:3,5.
Nun musste die letzte Partie entscheiden. Andreas, der erst seine zweite Saison spielt, hatte als Schwarzer die Königsindische Verteidigung gewählt und lange sah es für ihn nicht gut aus. Er hatte einen Minusbauern, die erfahrene Gegnerin einen gedeckten Freibauern und Druck mit den Türmen auf der b-Linie. Durch geschicktes Manövrieren gelang es ihm, den Bauern zurückzugewinnen. Die Stellung war dadurch sehr dynamisch geworden und es drohte ein Qualitätsopfer auf f3 nebst Matt. Um dem vorzubeugen, opferte die Gegnerin ihrerseits die Qualität. Doch danach stand Andreas auf Gewinn, er forcierte den Damentausch und konnte das Endspiel Turm gegen Läufer sicher gewinnen. Eine tolle Leistung von unserem Nachwuchstalent!
Dass wir am Ende zu sechst knapp mit 4,5:3,5 die Nase vorn hatten, hätte vor der Partie wohl niemand für möglich gehalten. Ein geglückter Saisonstart!

